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Literaturfest WortWärts



Literaturfest WortWärts 2017WortWärts 2017
12. und 13. August 2017

Einmal jährlich - erstmals im August 2006 - findet im KUNO das Literaturfest „WortWärts“ statt. Einen ganzen Sommersonntag lang – und bei gutem Wetter unter freiem Himmel – verwandelt sich das Kuno-Gelände in einen literarischen Garten mit Lesungen, Workshops, Musik und Informationen. Auf der Lesebühne präsentieren bekannte wie weniger bekannte Wortkünstler aus Region eine Auswahl ihrer Texte. Dem interessierten Publikum bietet sich dabei die Gelegenheit, literarisch Außergewöhnliches, Erlesenes oder mit frischem Charme Debütierendes zu entdecken. Begleitende Workshops und Foren bieten die Möglichkeit zum kreativen Austausch und Experiment, zur Kontaktaufnahme und Vernetzung. Informationen aus dem Verlagswesen geben Hilfestellung und wertvolle Tipps für den Umgang mit dem literarischen Betrieb.



WortWärts Workshop

WortWärts Podium

WortWärts Lesebühne




Kartenvorverkauf:

- KUNO, Wurzelbauerstraße 29, 90409 Nürnberg
- Kulturinfo der Stadt Nürnberg, Königstraße 93, 90402 Nürnberg (ab Mitte Juli)


Online-Kartenvorverkauf:

Logo ReservixSamstag 12. August 2017:
Podium (Museum für Kommunikation)



Logo ReservixSonntag 13. August 2017:
Lesebühne (KUNO)




WortWärts 2017

Zu WortWärts 2017 gibt es ein detailliertes Programmheft, erhältlich ab Ende Juli im KUNO sowie an vielen Auslagestellen im Großraum.

Das Heft steht auch hier zum Download bereit (PDF, 6,8 MB).








Literaturfest WortWärts Logo

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WortWärts-Workshop
Samstag 12. August 2017  10.00 - 13.30 Uhr
Dicht-neblig oder magisch-real?
Atmosphärisches Beschreiben

Prosa-Schreibwerkstatt mit Arwed Vogel

Arwed VogelTexte können verzaubern, den Leser in eine eigene Welt entführen. Dieser Vormittag zeigt die sprachlichen und dramaturgischen Gestaltungsmöglichkeiten dazu. Zaubermittel, mit denen Schriftsteller von der Romantik zum Magischen Realismus und in die heutige Zeit Leser entführt, aus bloßen Handlungen Empfindungen erzeugt haben, werden besprochen und in einer Übung ausprobiert.

Teilnahmegebühr 20 €


Anmeldung erbeten bis 11.8. im Literaturzentrum Nord, KUNO, Wurzelbauerstraße 29, 90409 Nürnberg, Tel. 0911-553387, info@kultur-nord.org

Begrenzte Teilnehmerzahl!







Wortwärts Logo

Ort: Museum für Kommunikation Nürnberg
Lessingstraße 6
, Nürnberg
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Wortwärts Podium
Samstag 12. August 2017  19.00 Uhr
Tagespolitik oder Elfenbeinturm
Politisches Engagement - auch ein Auftrag für die Literatur?
WortWärts 2017 PodiumGrass, Böll, Bachmann - ganz selbstverständlich beteiligten sich diese und andere Autoren ihrer Zeit am tagespolitischen Diskurs. Engagierte Schriftsteller galten als anerkannte moralische Instanzen, ihr Wort fand Gehör in den Medien, den Parteien, in breiten Teilen der Gesellschaft. Dabei war politische Literatur nie unumstritten, Gegenströmungen forderten stets die Rückkehr der Literatur in die Innerlichkeit, in den Elfenbeinturm.
Sicherlich, bis heute erheben bekannte Autoren ihre Stimme gegen die Bedrohung von Freiheit, Wahrheit und Menschenwürde, gegen die weltweite Verfolgung von Schriftstellern und Journalisten.

Doch welchen Stellenwert hat das Wort engagierter Schriftsteller heute noch? Haben in der veränderten Medienlandschaft nicht längst andere die Meinungs-herrschaft übernommen, wird verbreitet nicht eher populistischen Heilsversprechen geglaubt als geistreichen Analysen?
Und ist es überhaupt die Pflicht von Autoren, sich einzumischen? Dort, wo und wann auch immer, die Demokratie  und damit auch die Freiheit des Lesens und Schreibens  bedroht ist? Oder sollten sie sich eher bescheiden oder gar verwehren im Sinne der reinen Kunst, zum Schutz der autonomen Literatur?

Gäste auf dem WortWärts-Podium:
Nora Gomringer (Autorin)
Franzobel (Autor)
Manuel Illi und Anna Hampel (beide FAU Erlangen-Nürnberg, Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturgeschichte)
Moderation: Dirk Kruse

Veranstalter: Literaturzentrum Nord, KUNO, in Zusammen-arbeit mit dem Museum für Kommunikation Nürnberg.


Eintritt: 5,00 €

Copyright Foto Gomringer: Judith Kinitz
Copyright Foto Franzobel: MaM  



Logo ReservixOnline-Kartenvorverkauf (Samstag):







Wortwärts Logo

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Wortwärts Lesebühne
Sonntag 13. August 2017  12.00 - 18.00 Uhr
WortWärts 2017
Open-Air Lesungen und mehr
WortWärts 2017 LesebühneDas Literaturfest präsentiert am Sonntag, den 13. August mehrfach ausgezeichnete Autoren aus der Region und aus der ganzen Republik, sowie die Preisträger des Wettbewerbs um den Fränkischen Preises für junge Literatur - 29. Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden.

Im Kriminalroman Fronten zeichnet Leonhard F. Seidl eine oberbayerische Kleinstadt voller Angst und fremdenfeindlicher Umtriebe, worauf das Poetische Theater Ruf Lust & Frust hinaus proklamiert, derweil in Lena Goreliks Roman Mehr Schwarz als Lila der junge Referendar der verliebten Alex klarmacht, dass sie nur seine Schülerin ist. Mehr Glück hat Christopher Kloeble, der in der Liebesgeschichte Home made in India einfühlsam und unterhaltend Klischees und Vorurteile seiner indischen wie deutschen Heimat nuanciert. Während in Noemi Schneiders Das wissen wir schon die Mutter einen vorgeblichen Dschihadisten zuhause aufnimmt und die Tochter das glattbügeln muss, geht es in Eva Rossmanns Patrioten um Nationalismus, Terror und Hass. Zum Finale überrascht Franzobel in Das Floß der Medusa mit Schiffbruch und Kannibalismus.

Auf der WortWärts-Lesebühne werden auftreten:
Franzobel, Lena Gorelik, Christopher Kloeble, Eva Rossmann, Noemi Schneider, Leonhard F. Seidl, die mit dem 28. Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden ausgezeichneten Autor/innen und das Poetische Theater mit einer literarischen Performance..

Begleitprogramm
Literaturcafé, Bücherstand der Buchhandlung Weidinger, Präsentation des Wildleser Verlags Erlangen, Ausstellung mit Axel Gercke und Changhee Nam im Galeriehaus Nord.

Ebenfalls zum Literaturfest erscheint Wortlaut 23 - Zeitschrift für Literatur in Franken.

Bei schlechtem Wetter finden die Lesungen im Galeriehaus statt.

Eintritt: 5,00 €

Programm
12.00 - 12.10 Uhr    Grußwort Stadt Nürnberg: Dr. Anja Prölß-Kammerer
12.15 - 12.35 Uhr    Poetisches Theater
- Performance
12.40 - 13.20 Uhr    Leonhard F. Seidl
(Edition Nautilus)
13.25 - 14.05 Uhr    Lena Gorelik
(Rowohlt Verlag)
14.10 - 14.50 Uhr    Christopher Kloeble
(dtv Verlag)
14.55 - 15.35 Uhr   
29. Fränkischer Preis für junge Literatur:
                                
Hanna Quitterer, Chiona Hufnagel, Thomas Hauser
15.40 - 16.20 Uhr    Noemi Schneider
(Hanser Verlag)
16.25 - 16.55 Uhr    Eva Rossmann
(Folio Verlag)
17.00 - 17.40 Uhr    Franzobel
(Zsolnay Verlag)


Logo ReservixOnline-Kartenvorverkauf (Sonntag):






Lesebühne 12.15 - 12.35 Uhr
Poetisches Theater
Ruf Lust & Frust hinaus
Poetisches TheaterDie Proklamation des Unsagbaren. Lyrik sprechen entspricht nicht immer lyrischem Sprechen. Die Schauspieler des Poetischen Theaters zeigen mit ihrer Sprach-Performance, wie Unsagbares inszeniert werden kann. Sie befreien in der Einsamkeit des Elfenbeinturms gezeugte Texte aus ihren Käfigen und Sprachgittern und lassen sie über die Köpfe des Publikums fliegen.

Vortragende:
Holger Trautmann, Susanne Rudloff, Michael Lösel, Vincent E. Noel.

Copyright Foto: Michael Lösel



Lesebühne 12.40 - 13.20 Uhr
Leonhard F. Seidl
Fronten
Leonhard F. SeidlDie kurdische Ärztin Roja Özen ist vorbildlich integriert in der oberbayerischen Kleinstadt Auffing. Doch dann erschießt der Bosnier Ayyub Zlatar, als Kind aus Srebrenica geflohen, auf der Wache drei Polizisten - und verschont die anwesende Roja. Alles sieht nach einem Anschlag des IS aus. Roja wird als Komplizin verdächtigt, verliert Patienten, Mann und Freunde. Markus Keilhofer, aufgewachsen bei seinen Großeltern, radikalen Reichsbürgern, will Muslime für das Blutbad büßen lassen. Als er bewaffnet in eine Moschee stürmt, stellt Roja sich ihm in den Weg ... Geschickt verknüpft Seidl die Lebenswege der drei Protagonisten miteinander, die in einem packenden Finale aufeinandertreffen. Ein hochaktueller Kriminalroman über Rassismus und Fanatismus in einer Gesellschaft voller Angst und den Mut, sich dem entgegenzustellen.

Leonhard F. Seidl, geboren 1976 in München, lebt als freier Autor in Fürth. Seidl hat zahlreiche Preise und Stipendien erhalten, zuletzt war er Writer in Residence in der Franz-Edelmaier-Residenz für Literatur und Menschenrechte in Meran, Stipendiat der Romanwerkstatt Literaturforum im Brecht-Haus sowie der Bayerischen Akademie des Schreibens im Literaturhaus München und Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg. Fronten ist Seidls vierter Roman und erschien in der Edition Nautilus.

Copyright Foto: Katrin Heim



Lesebühne 13.25 - 14.05 Uhr
Lena Gorelik
Mehr Schwarz als Lila
Lena GorelikMit 17 ist das Leben schwer. Dass man, wie Alex, mehr Schwarz als Lila trägt, mit einem schweigenden Vater und einem Papagei lebt und nur den einzigen Schulfreund Paul hat, macht es kaum leichter. Aber dann taucht Herr Spitzing auf, der junge Referendar, den sogar Alex gut findet. Auf der Klassenfahrt nach Polen jedoch macht Herr Spitzing ihr klar, dass sie nur seine Schülerin ist, Paul dagegen, dass er für sie gern mehr wäre als nur ein Freund. Von tausend Gefühlen überrannt, küsst ihn Alex - am unpassendsten Ort der Welt, in der Gedenkstätte Auschwitz. Jemand fotografiert, das Bild geistert durchs Netz, und plötzlich reden alle über Alex und die Jugend von heute, der Papagei entfliegt, Paul verschwindet, und Alex erkennt: „Das ist jetzt mein Film, und ich muss die beiden finden.“

Lena Gorelik, geboren 1981 in St. Petersburg, kam 1992 mit ihrer Familie nach Deutschland. Mit ihrem Debütroman Meine weißen Nächte (2004) wurde sie als Entdeckung gefeiert, mit Hochzeit in Jerusalem (2007) war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert. Ihr Roman Die Listensammlerin (2013) wurde mit dem Buchpreis der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet. 2015 erschien Null bis unendlich, die Welt am Sonntag schrieb: „Ein starkes, ein emotionales Buch, das durch seine reduzierte Sprache große Gefühle offenlegt.“

Copyright Foto: Charlotte Troll



Lesebühne 14.10 - 14.50 Uhr   
Christopher Kloeble
Home made in India - Eine Liebesgeschichte zwischen Delhi und Berlin
Christopher KloebleDie Inder, die Deutschen und ein Autor, der sich fragt: Was ist Heimat? Seit seiner Heirat mit Saskya aus Indien ist Christopher Kloeble eine staatlich verbriefte „Person indischer Herkunft“. Was es für ihn bedeutet, zwischen den Kontinenten zu pendeln, dem spürt er in diesem Buch nach: einfühlsam, unterhaltsam, nuanciert. Klischees und Vorurteile gibt es hier wie dort - Inder mokieren sich gerne über die Ungeduld und Regelgläubigkeit der Deutschen, während die Deutschen oftmals ein recht exotisches Bild von Indien im Kopf haben: Ob Saskya wohl auf einem Elefanten zur Schule geritten ist? Kloeble schildert Verständigungsschwierigkeiten und kulturelle Differenzen. Vor allem aber schreibt er über die Menschen, denen er begegnet.

Christopher Kloeble, geboren 1982, studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Beiträge von ihm erschienen u.a. in Die Zeit, der Süddeutschen Zeitung und der taz. Für sein Romandebüt Unter Einzelgängern wurde er mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung ausgezeichnet.


Copyright Foto: Jens Oellermann



Lesebühne 14.55 - 15.35 Uhr
Hanna Quitterer, Chiona Hufnagel
und Thomas Hauser

Fränkischer Preis für junge Literatur -
29. Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden.
Preisträgerlesung

29. Fränkischer Preis für junge LiteraturAm 31. Mai 2017 fand im Kulturladen Röthenbach das Finale um den Fränkischen Preis für junge Literatur - 29. Literaturpreis der Nürnberger Kulturläden statt. Neun junge Schreibende konkurrierten  um die begehrten Auszeichnungen, angespornt durch die Festrede von Prof. Uli Rothfuss, Rektor der Akademie Faber-Castell.

Den mit 700 € dotierten 1. Preis gewann die 20-jährige Nürnberger Autorin Hanna Quitterer. Sie überzeugte die Jury mit ihrem Prosatext Geheimnisse und keine Worte. Einfühlsam beobachtet erzählt sie darin vom Kontakt zweier junger Außenseiter, von verborgenen Wünschen, ungewöhnlichen Talenten und Identitäten abseits der Erwartungen des Mainstreams.

Mit 400 € ist der 2. Preis dotiert. Ihn erhielt die 18-jährige Franziska Schnauffer aus Rückersdorf. Mit Das Parkett der roten Schuhe schrieb sie eine atmosphärisch dichte Kurzgeschichte über die Erkrankung eines Mädchens und deren berührende Verarbeitung.


Der mit je 200 € dotierte 3. Preis wurde zweimal vergeben: Ausgezeichnet wurde der 25-jährige Thomas Hauser aus Fiegenstall. In der Kurzgeschichte Des Fremden Ring beschäftigt er sich mit dem Wahnsinn und den Abgründen des Lebens. Die Grundfragen des menschlichen Seins behandelt auch die 26-jährige Nürnbergerin Chiona Hufnagel in Alles ist Unsterblichkeit.


Hanna Quitterer, Chiona Hufnagel und Thomas Hauser werden ihre prämierten Texte auf der WortWärts-Lesebühne vorstellen.


Copyright Foto: Siegfried Straßner



Lesebühne 15.40 - 16.20 Uhr
Noemi Schneider
Das wissen wir schon
Noemi SchneiderSie hat alles: Eine gute Ausbildung, Lebensfreude-Duschgel und keinen Grund, sich zu beschweren. Sie weiß alles: dass es kein richtiges Leben im falschen gibt, dass der Kapitalismus an allem schuld ist und dass daraus nichts folgt. Sie steht im Garten ihrer Mutter und will eine Auszeit. Als die Mutter und ihre Freundinnen so alt waren wie sie, wollten sie keine Auszeit, sondern haben für eine bessere Welt gekämpft. Das tun sie bis heute, und ausgerechnet jetzt hat die Mutter einen Dschihadisten aufgenommen, dem die Abschiebung droht. Er befindet sich im Hungerstreik, und plötzlich ist der Einsatz der Tochter gefragt - aber gibt es für sie überhaupt etwas zu gewinnen zwischen tiefenentspannt kämpferischen Übermüttern und einem Kommerz, der jeden radikalen Gedanken vereinnahmt?

Noemi Schneider, 1982 geboren in München, studierte Publizistik und Regie an der HFF München. Darauf folgten die freie Mitarbeit als Redakteurin bei Deutschlandradio Kultur und der Dokumentarfilm Walaa! 2013 erschien das zugehörige Buch Kick it, Walaa! Im gleichen Jahr erhielt sie den Edit Essaypreis für ihren Text Oh Boy, ich hasse Rot. Sie lebt in München und Tel Aviv. 2017 nahm sie in Klagenfurt am Wettbewerb um den Bachmannpreis teil.


Copyright Foto: Peter-Andreas Hassiepen



Lesebühne 16.25 - 16.55 Uhr
Eva Rossmann
Patrioten
Eva RossmannNationalismus, Terror, Hass - die Angst geht um in Europa. Der Vorsitzende der Patriotisch Sozialen wird ans Kreuz genagelt. Den Nationalisten gibt das noch mehr Aufwind. Christliches Abendland gegen Islam. Was sind schon Fakten? Hautnah erleben sie es mit: Frau Klein, die im Zweiten Weltkrieg ein Kind war. Herr Pribil, immer im Widerstand und plötzlich verliebt. Die Syrerin Sina, deren Mann verschwunden ist. Wech, David, Jennifer … ES hetzt in den sozialen Medien. Kann uns nur mehr ein neuer Führer retten? Freude, schöne Götterfunken ...
„Man kann in 140 Zeichen nicht die Wahrheit sagen. - Nein. Aber man kann in 140 Zeichen lügen.“

Eva Rossmann, geboren 1962, lebt im Weinviertel/Österreich. Verfassungsjuristin, politische Journalistin, ORF-Pressestunde, Ressortleiterin für Innen- und Europa-Politik, seit 1994 freie Autorin und Publizistin. Sachbücher, Kriminalromane zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen, Köchin, Drehbuchautorin, TV- und Radio-Moderatorin. Bei Folio die preisgekrönten Mira-Valensky-Krimis, zuletzt Gut, aber tot (2016).

Copyright Foto: Barbara Pacejka



Lesebühne 17.00 -17.40 Uhr
Franzobel
Das Floß der Medusa
FranzobelWas bedeutet Moral, was Zivilisation, wenn es um nichts anderes geht als ums bloße Überleben? Franzobel schildert wie Kapitän Argus am 18. Juli 1816 vor der Westküste von Afrika ein etwa zwanzig Meter langes Floß entdeckt. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare, starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen … Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt. Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels epochalen Roman, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?

Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1995 den Ingeborg-Bachmann-Preis und 2002 den Arthur-Schnitzler-Preis. Sein Roman Das Floß der Medusa erschien im Zsolnay Verlag. Beim Bachmannpreis 2017 hielt er die Rede zur Literatur. Im Sommer 2017 ist Franzobel Stadtschreiber von Weißenburg/Bay.

Copyright Foto: Dirk Skiba




WortWärts 2017

Zu WortWärts 2017 gibt es ein detailliertes Programmheft, erhältlich ab Ende Juli im KUNO sowie an vielen Auslagestellen im Großraum.

Das Heft steht auch hier zum Download bereit (PDF, 6,8 MB).